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20.5.2012 : 6:03 : +0200

WIR31 lädt zu den alternativen Kinotagen!

In der Woche vom 23. - 30. 10. 2011 lädt die WIR31 Brixlegg wieder zu den alternativen Kinotagen im historischen Volkstheater Brixlegg! Nachstehend sind alle Termine mit den Filmbeschreibungen aufgeführt.

Kurzübersicht:
SO 23.10.    1810 - Für eine Hand voll Kaspressknödl
DI  25.10.    Das Konzert
FR 28.10.    Sommer in Orange
SO 30.10.    Resturlaub

Beginn jeweils um 20:30 Uhr im Volkstheater Brixlegg

Kinokarten:
Die Kinokarten erhalten Sie an der Abendkasse:
€ 8,00 / Person, Kinder bis 12 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen frei!
Freie Platzwahl - maximal 200 Sitzplätze!

Die Gastronomie und alle Mitgliedsbetriebe der  WIR31 freuen sich auf Ihren Besuch!

 



Sonntag, 23.10.2011 - Brixlegg/Volkstheater - 20.30 Uhr

1810 - Für eine Hand voll Kaspressknödl

Kömödie - A 2010 - FSK: ab 12 Jahre

„Mander, s’isch Zeit“ hieß es, und dann machten sich die Tiroler auf, ihr Heiliges Land zu verteidigen. Und all das wäre nie so gekommen, hätt’ es den Andreas Hofer nicht gegeben. Oder? Möglicherweise ist der Hofer aber auch nur eine Legende. Vielleicht war in Wirklichkeit alles ganz anders. Denn eine garantiert wahre Überlieferung aus verlässlicher Quelle erzählt eine andere Version: Dass nämlich der Retter des Tirolerlandes ein Deutscher war.

Einst nämlich setzte ein dem schrecklichen Pesttod geweihtes deutsches Elternpaar den geliebten Sohn in einem Weidenkörbchen auf einem Fluss aus. Ähnlichkeiten mit alttestamentarischen Helden völlig unbeabsichtigt. Und der kleine Schreihals landete viele Kilometer flussaufwärts - Wunder geschehen - in den Armen eines Tiroler Bergbauern, der dank eines Zettelchens zwischen den Windeln auch den richtigen Namen dazu fand: Alldie. Aus dem Findelkind wird ein fescher Bursch. Ach, hätte er nur keinen Sprachfehler. Alldie kann nicht nur kein Tirolerisch, nein, schlimmer noch: Er spricht Hochdeutsch!

Eines Tages hat Alldie genug von den Hänseleien und zieht sich zurück, hinauf in die Berge, um sich von einem Weisen in Zen, Sensenzweikampf und allerlei anderen praktikablen Überlebensfertigkeiten ausbilden zu lassen. Als er viele Monate später zurückkehrt, ist er ein neuer Mensch geworden. Und als die Franzosen in Tirol einmarschieren, und als seine Liebste endlich die Hüllen fallen lässt – da ist er bereit, seinen Kampf in jeder Lage auszufechten. Nur schade, dass die Tiroler Sturschädeln ums Verrecken nicht ertragen, dass sie ausgerechnet ein Piefke retten könnte …

Harald Haller und Daniel Lenz, so heißen die beiden Knalltüten, die weit über die Tiroler Grenzen hinaus als Kabarettduo Die Schienentröster bekannt sind und mit 1810 - Für eine Handvoll Kaspressknödel ohne nennenswertes Budget, ohne jeden Respekt, dafür aber mit um so mehr Pointen die bislang unantastbare Geschichte der Tiroler Unabhängigkeit entweihen. Dass es dabei nicht immer jugendfrei zugeht und geschmackvoll für die beiden ein schlimmes (nämlich hochdeutsches) Fremdwort ist, gilt hier als Qualitätssiegel für eine History-Persiflage mit Schenkelklopfergarantie. Text: Magdalena Miedl 



Dienstag, 25.10.2011 - Brixlegg/Volkstheater - 20.30 Uhr

DAS KONZERT

Kömödie - F/I/RO 2009

Andrei Filipov war einst Dirigent des weltberühmten Bolschoi-Orchesters in Moskau, doch wurde er zum Hausmeister degradiert, als er sich weigerte, jüdische Musiker in den 80er Jahren aus dem Orchester zu werfen. Eines Tages fällt ihm ein Fax des Pariser „Theatre du Châtelet“ in die Hände, dessen Direktor, Olivier Morne Duplessis, das Bolschoi-Orchester einlädt, in dem Theater zu spielen. Andrei entschließt sich, als Dirigent nach Paris zu fahren und trommelt daher seine alten Kollegen zusammen.

Das Konzert ist ein französischer Film, in dem man vergeblich auf wilde amouröse Abenteuer und hysterische Anfälle wartet. Zwar muss man sich an das laute Durcheinander der Kommunikation zwischen den Russen erst gewöhnen, doch Wodka und jahrzehnte lange Unterdrückung lassen die Künstlerseelen eben übersprudeln. Weiß man anfangs noch nicht recht, ob die Herren Musiker nach 30 Jahren Arbeit als Möbelpacker, Krankenwagenfahrer und Hausmeister tatsächlich noch in der Lage sind, ein ganzes Konzert ohne intensive Proben zu meistern, ist man in der zweiten Hälfte komplett von der Schönheit der Musik, die sie auf den geliehenen Instrumenten erzeugen, ergriffen. Doch bis der große Auftritt im Pariser Chatelet Theater vor einem riesen Publikum und der weltweiten LiveÜbertragung beginnt, hat das alte Bolschoi Orchester einen weiten Weg vor sich.

Was sich eher wie eine vorprogrammierte Katastrophe anhört und schwer nach schrägen Tönen und verpatzten Proben klingt, entwickelt sich zu einem wunderschönen Kinoerlebnis, das Auge und Ohr gleichermaßen bedient. Musik und Handlung gehen zunehmend ans Herz. Dass Das Konzert nicht zu sehr ins Drama abrutscht, hat es seinem etwas ruppigen, aber doch sehr liebenswerten Humor zu verdanken. Schräge Charaktere sorgen für die nötige Skepsis am Können der Musiker. Wer glaubt schon im Traum daran, dass ein Zigeuner auf seiner Fiedel dazu in der Lage ist, einen ganzen Konzertsaal mit lieblichen Klängen zu füllen. Etwas farblos gegen den bunten Haufen Russen kommt Mélanie Laurent rüber.

Der immer gleiche Gesichtsausdruck, den man noch aus Inglourious Basterds kennt, bekommt erst im großen Finale die Freiheit, echte Emotionen zu zeigen. Die ungewöhnliche Mischung schafft es dennoch, dem Zuschauer das positive Gefühl zu geben, einen erfüllten Kinobesuch erlebt zu haben.



Freitag, 28.10.2011 - Brixlegg/Volkstheater - 20.30 Uhr

SOMMER IN ORANGE

Kömödie - D 2011 - FSK: ab 12 Jahre

SOMMER IN ORANGE ist eine Culture Clash-Komödie über jene Zeit, als Selbsterfahrung noch kein Mainstream und die bayerische „Seele“ noch nicht lässig war. 1980: Die Erleuchtung kommt nach Talbichl. Die Bhagwan-Anhängerin Amrita (PETRA SCHMIDT-SCHALLER) zieht mit ihren Kindern Lili (AMBER BONGARD) und Fabian (BÉLA BAUMANN) gemeinsam mit ihrer WG aus Berlin in die bayerische Provinz. Urschrei-Therapie und Vollkornschrot treffen auf Schützenverein und festgefügte Horizonte. Und während Amrita halbnackt indische Mantras auf dem „Stein der Erleuchtung“ singt, linst der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister von Talbichl (HEINZ-JOSEF BRAUN) fassungslos durch die Hecke.

Zu allem Überfluss beginnen die Sannyasins auch noch, ein „Therapiezentrum“ im Dorf aufzubauen und das ruhige Leben ist dahin. Das Misstrauen in der Dorfgemeinschaft gegenüber den „Fremdlingen“ wächst unaufhaltsam und ausgerechnet Amritas Tochter Lili gerät zwischen diese Fronten. Von den Mitschülern gemieden und ihrer Mutter allein gelassen, wünscht sie sich nichts sehnlicher als eine ganz normale Familie. Und so beginnt Lili ein Doppelleben zu führen: Zu Hause trägt sie weiter Orange, lebt vegetarisch und reißt links-alternative Sprüche, in der Schule aber tauscht sie orange Pluderhosen gegen den Trachtenrock und betet mit den anderen das „Vater Unser“.

Dieser Spagat zwischen Om und Amen kann nicht lange gut gehen ... Als Bhagwans rechte Hand anreist, um die „Buddhahalle“ der WG einzuweihen, kommt es beim Dorffest zum Eklat und auf einmal liegen sich alle buchstäblich in den Haaren. Am Ende stellt sich nicht nur Lili die Frage, wo sie eigentlich hingehört...

Kultregisseur Marcus H. Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT, SCHWERE JUNGS, BESTE GEGEND, RÄUBER KNEISSL) zeichnet für die Umsetzung des höchst unterhaltsamen Drehbuchs verantwortlich, das auf den Kindheitserinnerungen der Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihres Bruders Georg Gruber, Produzent des Films für Odeon Pictures, beruht. Beide wuchsen in einer Bhagwan-Kommune südlich von München auf.



Sonntag, 30.10.2011 - Brixlegg/Volkstheater - 20.30 Uhr

RESTURLAUB

Kömödie - D 2011 - FSK: ab 12 Jahre

Zum Glück hat er noch Resturlaub, denn Pitschi Greulich (Maximilian Brückner) muss dringend raus. Um ihn herum breitet sich die Langeweile und die Spießbürgerlichkeit wie eine Krankheit aus. Plötzlich wollen alle seine Freunde nur noch Reihenhäuser, Schrebergärten und Bausparverträge. Als sogar seine Freundin Biene (Mira Bartuschek) anfängt von Nachwuchs zu reden und sein Kumpel (Stephan Luca) sich sogar verheiraten lässt, platzt ihm der Kragen.

Irgendwo auf der Welt muss es doch noch Abenteuer, Luxus, Sex und Sonnenschein geben! Einen Ort, an dem ein Mann noch ein echter Mann sein kann! Pitschi kratzt seinen verbliebenen Resturlaub zusammen und macht sich auf nach Buenos Aires. Unter der südlichen Sonne wimmelt es zwar von Strandschönheiten, doch kaum ist Pitschi in Argentinien angekommen, zerplatzen seine Träume. Die rassigen Südländerinnen haben keinen Appetit auf ein deutsches Weisbrot wie ihn. Plötzlich beginnt Pitschi seine fränkische Heimat in Bamberg zu vermissen.

Nach Vollidiot ist Resturlaub die zweite Romanverfilmung des Bestsellerautors Tommy Jaud, der hier selbst das Drehbuch adaptierte. Überhaupt ist Tommy Jaud kein Anfänger im Filmbussiness, denn noch bevor er sich als Romanautor einen Namen machte arbeitete er hinter den Kulissen als Autor für Comedyformate wie die Harald Schmidt Show, die Sat. 1 Wochenshow oder Ladykracher mit Anke Engelke.

Neben Vollidiot und Resturlaub hat Tommy Jaud noch zwei weitere Romane verfasst. Als Fortsetzung von Vollidiot erschien 2007 Millionär. Auf die Spur von Afrika-Touristen machte er sich widerum in seinem Roman Hummeldumm von 2010.

Auch der Regisseur von Resturlaub Gregor Schnitzler hat bereits Erfahrung mit der Verfilmung von gestörten Protagonisten. 2002 war er für die Umsetzung von Soloalbum von Benjamin von Stuckrad-Barre mit Matthias Schweighöfer verantwortlich. Für Resturlaub kehrt der Tatort-Regisseur zurück ins Comedy-Genre. (ST)



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